April-Mai-Juni 2019

Arbeiten an unserer Zukunft

Diskussionen und Workshops

STUNDE ZWEIPUNKTNULL

Unser Ausgangspunkt: Wir erleben, fast 75 Jahre nach Kriegsende, eine Stunde Zweipunktnull, in der in den Bereichen «Werte und Kapital», «Natur und Technik» und «Menschen und Grenzen» die Weichen für die Zukunft gestellt werden, wie einst nach 1945.

Die Spatzen twittern es von den Dächern: Die globale Tektonik verschiebt sich, die alte Ordnung zerfällt. Versinnbildlicht im Regierungsstil des aktuellen US-Präsidenten und im Brexit-Votum zeigt sich, dass zentrale Annahmen der Nachkriegsgesellschaften seit der «Stunde Null» nicht mehr gelten: Die Kriegsdividende einer Verpflichtung des politischen Handelns auf internationale Kooperation und friedliches Wachstum ist aufgezehrt, die Idee eines vereinigten und einigen Europas ist nicht mehr bindend. Die rassistische Herabsetzung anderer Nationen, Völker und Menschen wird salonfähig, die Verunglimpfung politischer Kontrahenten im demokratischen Diskurs sowie ein fröhliches «Neben uns die Sintflut» im ökonomischen Handeln sind es längst. Gerahmt von der vierten industriellen Revolution stehen die Welt, Europa, Deutschland und Bayern an einem Scheideweg: Wie wollen Gesellschaften leben, wie können und wollen sie (über-)leben in einer beschleunigten und vernetzten Globalisierung?

 

WANN /

Ein Termin dauert jeweils von 16 Uhr bis 22.30 Uhr und hat drei Teile, der Eintritt ist frei:
 

  1. Workshop (16-19 Uhr): freier Eintritt, aber max. 30 Personen, daher Teilnahme nur mit Anmeldung per Mail, bitte an: info(at)badsk.de
     

  2. Podium (20–21.30 Uhr): Gespräch im Vortragssaal mit unseren Gästen und dem Publikum - freier Eintritt ohne Anmeldung!
     

  3. Zugabe (21.30-22.30 Uhr): Nach dem Podium kann die Diskussion bei einer  leiblichen Erquickung fortgesetzt werden.

WO /

Bayerische Akademie der Schönen Künste Residenz, im Königsbau

Max-Josephs-Platz 3

80539 München

ÜBER DIE VERANSTALTUNG

Eine Veranstaltung der Bayerischen Akademie der Schönen Künste in Kooperation mit dem Kultusministerium des Freistaates Bayern, dem Kulturreferat der Landeshauptstadt München und dem Medienpartner Bayern2 "Nachtstudio".
Das Format wurde entwickelt von Norbert Niemann - Schriftsteller, Publizist, Musiker und Akademie-Mitglied - und Jörg Metelmann, Autor und Dozent an der Universität St.Gallen. Beide führen an den drei Tagen gemeinsam durch das Programm.

An drei Nachmittagen und Abenden wollen wir zu diesen drei Themen an und mit einer anderen Öffentlichkeit arbeiten: kein Talkshow-Format, kein Experten-Austausch, keine Filterblase. Wir möchten mit mehr Zeit, unterschiedlichen Gruppen und vor Ort diskutieren, welche Probleme es gibt und wie wir sie angehen können – wobei zu allererst über das «Wir» zu sprechen sein wird, denn auch hier ist der Konsens verloren gegangen.

Jedem Thema ist ein kurzer Text aus dem vergangenen Jahrhundert beigestellt - diese „Scheinwerfertexte“ fließen nicht direkt in die Diskussion ein, sondern beleuchten die historische Fallhöhe der gesellschaftlichen Umbrüche.

Drei Termine

15.05.2019 – WERTE UND KAPITAL:

Was (und wer) zählt wirklich?

Unsere Gäste:

Sophie-Thérèse Krempl, Marie Schmidt, Stephan Lessenich, Jonas Lüscher

Dem 1968 ermordeten US-Politiker Robert F. Kennedy wird das Bonmot zugeschrieben: «Das Bruttosozialprodukt misst alles mit Ausnahme der Dinge, die das Leben lebenswert machen». Es relativiert im Handstreich fast alles, was die prozentgetriebenen Wachstumsgesellschaften am Laufen hält. Geht es bei den ganzen Wirtschaftsdaten und Quartalszahlen vielleicht gar nicht (mehr) um uns? Hat sich der Wunsch, im komplett saturierten Wohlstand zu leben, verselbständigt und so den Raum für ein Leben jenseits der Ökonomisierung geschlossen? Ein Leben mit Erfahrungen des Scheiterns, Abbrechens und Anfangens, das aber gleichwohl ein gutes, gelingendes genannt werden dürfte. Weil es sich um Anliegen dreht, die wirklich zählen?

Scheinwerfertext:

Samuel Beckett: «Worstward Ho» / Aufs Schlimmste zu

22.05.2019 – NATUR UND TECHNIK:

Die Welt nach den Menschen?

Unsere Gäste: 

Manuela Lenzen, Konstantin Ferstl, Andreas Weber, Dagmar Leupold

Als Menschheit leben wir, so der Zeitgeist, zwischen absoluter Herrschaft («Anthropozän») und drohendem Untergang (Klimakollaps, «technologische Singularität»). In dieser Spannung arbeiten die Menschen des globalen Nordens bis zur Erschöpfung an ihrer Systemoptimierung: Sie erfinden sich stetig neu, in Projekten, auf Plattformen, mit Photoshop. Dieses Leben als ‘einzigartiges’ wird permanent getrackt und verbraucht viel Energie: Persönliche Daten füttern die Algorithmen für die Geburt künstlicher Intelligenzen, während unser Ressourcenverbrauch nicht-menschliche Arten aussterben lässt. Kreativität strebt danach, die Umwelt und sich selbst verändern zu wollen – aber um jeden Preis, mit allen Konsequenzen? Was haben wir heute für Vorstellungen davon, den Menschen als Schöpfer zu begreifen? Und welche Rolle spielen dabei die Künste, deren imaginäre Wirklichkeiten in Literatur, Film, Bildender Kunst und Musik als Wahrnehmungskorrektiv dienen und visionäre Räume eröffnen können?

Scheinwerfertext (kleiner Ausschnitt):

Peter Weiss: Ästhetik des Widerstands

05.06.2019 – MENSCHEN UND GRENZEN:

Quo vadis, western world?

Unsere Gäste:

Ines Kappert, Monika Rinck, Senthuran Varatharajah, Georg M. Oswald

Bis vor kurzem – in der Moderne, seit Mitte des 19. Jahrhunderts – galt der Gegensatz von Identität und Determination als der Kernkonflikt zwischen Individuum und Gesellschaft. Fremdbestimmtheit und die Emanzipation des Einzelnen aus eben dieser Entfremdung dominierten das Nachdenken über Freiheit und Befreiung. In den Lebenswelten von heute, ihren schicht- und schollenförmig ineinandergeschobenen, sich überlagernden, teils auseinanderdriftenden, teils kollidierenden Realitäten, sind hingegen Fremdsein und Nicht-Identität der Normalfall. Nicht Entfremdung scheint die Drohung der Gegenwart, sondern Erstarrung des Ichs, mangelnde Flexibilität. Wer ihr erliegt, wird ausgeschlossen, unsichtbar. „Ich bin nicht dieses Paket aus flexiblen, austauschbaren oder einander ablösenden Ichs“ könnte Max Frischs berühmter «Stiller»-Roman im Jahr 2019 beginnen. Was ist er, was ist sie aber dann? Euro-Skeptikerin? Merkel-Kritiker? Eremit? Bio-Bäuerin?

Scheinwerfertext (kleiner Ausschnitt):

Gisela Elsner: Heilig Blut

 

 

FREISEMINAR an der LMU:

Korrespondierend zu den Veranstaltungen organisieren Franziska Link, Chris Reitz und Sebastian Schuller ein Freiseminar, an dem jede/r MIT ANMELDUNG teilnehmen kann - bitte Mail schreiben an:  endzeitdeskapitalismus(at)outlook.de

Der Ort/Treffpunkt und die genauen Zeiten werden hier demnächst bekannt gegeben. 

Die Themen:

27.04.2019 - Ort: Barrio Olga Bernario - Block 1: Kapitalverhältnis & Klassenkampf

04.05.2019 - Ort: Literaturhaus - Block 2: Migration & Festung Europa

25.05.2019 - Ort: Lenbachhaus - Block 3: Klimawandel und das Ende?

Mitte/Ende Juli - Finaler Block: Nachbesprechung

  • Grey LinkedIn Icon
  • Grey Facebook Icon
  • Grey Google+ Icon

Impressum

Angaben gemäß § 5 TMG:

Prof. Dr. Jörg Metelmann
E-Mail: info@metelmann.de
Postanschrift auf Anfrage

 

Verantwortlich für den Inhalt nach § 55 Abs. 2 RStV:

Prof. Dr. Jörg Metelmann
E-Mail: info@metelmann.de
Postanschrift auf Anfrage

 

Haftungsausschluss:

Haftung für Inhalte

Die Inhalte unserer Seiten wurden mit größter Sorgfalt erstellt. Für die Richtigkeit, Vollständigkeit und Aktualität der Inhalte können wir jedoch keine Gewähr übernehmen. Als Diensteanbieter sind wir gemäß § 7 Abs.1 TMG für eigene Inhalte auf diesen Seiten nach den allgemeinen Gesetzen verantwortlich. Nach §§ 8 bis 10 TMG sind wir als Diensteanbieter jedoch nicht verpflichtet, übermittelte oder gespeicherte fremde Informationen zu überwachen oder nach Umständen zu forschen, die auf eine rechtswidrige Tätigkeit hinweisen. Verpflichtungen zur Entfernung oder Sperrung der Nutzung von Informationen nach den allgemeinen Gesetzen bleiben hiervon unberührt. Eine diesbezügliche Haftung ist jedoch erst ab dem Zeitpunkt der Kenntnis einer konkreten Rechtsverletzung möglich. Bei Bekanntwerden von entsprechenden Rechtsverletzungen werden wir diese Inhalte umgehend entfernen.

Urheberrecht

Die durch die Seitenbetreiber erstellten Inhalte und Werke auf diesen Seiten unterliegen dem deutschen Urheberrecht. Die Vervielfältigung, Bearbeitung, Verbreitung und jede Art der Verwertung außerhalb der Grenzen des Urheberrechtes bedürfen der schriftlichen Zustimmung des jeweiligen Autors bzw. Erstellers. Downloads und Kopien dieser Seite sind nur für den privaten, nicht kommerziellen Gebrauch gestattet. Soweit die Inhalte auf dieser Seite nicht vom Betreiber erstellt wurden, werden die Urheberrechte Dritter beachtet. Insbesondere werden Inhalte Dritter als solche gekennzeichnet. Sollten Sie trotzdem auf eine Urheberrechtsverletzung aufmerksam werden, bitten wir um einen entsprechenden Hinweis. Bei Bekanntwerden von Rechtsverletzungen werden wir derartige Inhalte umgehend entfernen.

Datenschutz

Die Nutzung unserer Webseite ist in der Regel ohne Angabe personenbezogener Daten möglich. Soweit auf unseren Seiten personenbezogene Daten (beispielsweise Name, Anschrift oder eMail-Adressen) erhoben werden, erfolgt dies, soweit möglich, stets auf freiwilliger Basis. Diese Daten werden ohne Ihre ausdrückliche Zustimmung nicht an Dritte weitergegeben.

Wir weisen darauf hin, dass die Datenübertragung im Internet (z.B. bei der Kommunikation per E-Mail) Sicherheitslücken aufweisen kann. Ein lückenloser Schutz der Daten vor dem Zugriff durch Dritte ist nicht möglich.

Der Nutzung von im Rahmen der Impressumspflicht veröffentlichten Kontaktdaten durch Dritte zur Übersendung von nicht ausdrücklich angeforderter Werbung und Informationsmaterialien wird hiermit ausdrücklich widersprochen. Die Betreiber der Seiten behalten sich ausdrücklich rechtliche Schritte im Falle der unverlangten Zusendung von Werbeinformationen, etwa durch Spam-Mails, vor.